50 Jahre Wasserwacht Haunstetten 1958 - 2008

Die Anfänge der Wasserrettung gehen in die letzten Kriegsjahre zurück. In jener Zeit bewiesen schwimmtüchtige Wassersportler aus Haunstetten ihren Mut beim Schwimmen im Lech ober- und unterhalb dem Sebastiananstiches.
Nach Kriegsende traten wieder junge Schwimmer aus Haunstetten bei der BRK-Wasserwacht als Mitglieder ein und wurden aktive Rettungsschwimmer. Die Ausbildung erfolgte in den Übungsabenden und Lehrgängen der Wasserwacht Abteilung Augsburg-Land im alten Stadtbad in Augsburg.
Erstmalig wurde am 11.05.1957 mit einer Gruppe ausgebildeter aktiver Helfer am Lech eine Rettungswache bezogen und die badefreudige Bevölkerung durch Streifengänge zum 5. und 2. Lechwehr im Lech-Badegebiet betreut.

1958

Im Rahmen der Aufbautätigkeit des Wasserrettungsdienstes in Schwaben veranstaltete der Wasserwacht-Bezirk am Freitag den 27. Juni 1958 in der Gaststätte Prinz Leopold eine Gründungsversammlung zu einer satzungsgemäßen Wasserwacht Ortsgruppe Haunstetten.
Mit dem Stadtoberhaupt 1. Bürgermeister Karl Rieger, Rektor Stuhler, TSV-Vorsitzenden Franz Sellmeir und weiteren zehn WW-Mitgliedern wurde die Ortsgruppe Haunstetten aus der Taufe gehoben. Zum Vorsitzenden der Ortsgruppe wurde Rudolf Knöbl gewählt.

1960

Naturfreibad Haunstetten Mit Schreiben von 22.01.1960 an die BRK-Wasserwacht Abteilung, teilte Bgm. Rieger mit, dass die Stadt Haunstetten zur Badesaison 1960, ein großes Naturfreibad mit einer Wasserfläche von 13.000. qm in Betrieb nehmen werde, und für die Überwachung des Badebetriebes bei Massenbesuchen die Hilfe bewährter Wasserwächter benötigen werde.
Mit einem großen Festakt wurde am Sonntag, den 3. Juli 1960 das Bad eröffnet. Auf der 50m Bahn folgten nach Schwimmvorführungen der "Delphinnixen", Tauch- und Rettungsvorführungen der Wasserwacht. Die junge Haunstetter Mannschaft betreute das Bad mit drei Wachgruppen. Wachleiter der ersten Stunde waren die Wasserwachtmitglieder Rudi Knöbl, Walter Schmidtmayer und Helmut Blauhorn. Die Stadt stellte einen Behandlungsraum und ein Rettungsboot für den Rettungsdienst bereit. Mit 13751 Besuchern hatte diese neue Badeanlage in Haunstetten gute Aufnahme gefunden.

1963

Bei der Jahreshauptversammlung 1963 konnte Vorstand Hans Wiesner mit einer stolzen Leistungsbilanz aufwarten. Am Lech und im Freibad wurden von 53 Aktiven 1982 Wachstunden geleistet. 25 Erste Hilfe Leistungen im Naturfreibad waren zu verzeichnen. 300 Jugendschwimmabzeichen wurden an Kinder und Jugendliche ausgegeben. Der Mitgliederstand war auf 150 gestiegen. Zur Überwachung des Badebetriebes wurde ein Rettungsschwimmbrett aus Kunststoff eingesetzt.

1964

Plakat: Bekämpft den Ertrinkungstod Ein Aufgebot von 40 Helfern stellte die Ortsgruppe am 23.5.1964 der 1. Säuberungsaktion der "Arbeitsgemeinschaft Grüner Kreis Augsburg" beim "Großreinemachen" der Wanderwege und der Lechufer zur Verfügung. Die Aktion erstreckte sich auf die Kiesbänke und Radwege im Lechauengebiet und im Haunstetter Wald. Die Wasserwachtgruppe hatte zwei Wagenladungen voll Unrat und Müll aufgelesen.
Die Badesaison 1964 war durch tragische Badeunfälle überschattet. Im westlichen Teil des Badesees erlitt ein 17-jähriges Mädchen einen Herzschlag. Die WW-Helfer konnten die Tote in kurzer Zeit aus einer Tiefe von zwei Metern bergen. Zwei junge Mädchen konnten jedoch durch Wasserwächter und dem Bademeister vor dem Ertrinken gerettet werden. Ende August fand der 16-jährige Schüler R. Cimbrell, Sohn eines US-Generals, bei seinem sträflichen Leichtsinn, den Lech mit einer Luftmatratze im Bereich des 2. Lechwehres zu durchschwimmen, den Tod in der Wasserwalze.
Zur Jahreshauptversammlung 1964 erreichte die Ortsgruppe einen Mitgliederstand von 180 Mitgliedern. 58 Aktive hatten im Freibad 1259 und am Lech 1181 Wach- und Einsatzstunden geleistet. 110 Naturschutzstreifen im Schutzgebiet Haunstetter Wald kamen zur Durchführung.
2. Bürgermeister R. Rippberger sprach der Ortsgruppe im Namen des Stadtrates Dank und Anerkennung aus. Der stellvertretende Vorsitzende der BRK Augsburg-Land, E. Schwaiger lobte die Aktivitäten der Haunstetter WW-Gruppe.

1966

Wachmannschaft im Naturfreibad Haunstetten Zur Eröffnung der Badesaison 1966 übergab 3. Bürgermeister Wenninger der WW-Ortsgruppe eine komplette Tauchausrüstung. Der Stadtrat Haunstetten hatte die Mittel bewilligt. Beim BRK-Wettbewerb auf Kreisebene errang die Mannschaft Haunstetten den 3. Platz.

1968

Wetterpech hatte die Gruppe anlässlich einer Leistungsschau 1968 bei ihrem 10-jährigen Bestehen. Mit 65 Aktiven zählte Haunstetten zu den größten WW-Gruppen im Landkreis Augsburg.

1971

Gruppenbilod nach einem Schwimmwettbewerb Beim Schwimmwettbewerb 1971 im Waldfreibad Dinkelscherben kämpften fünf WW-Jugendmannschaften um einen Wanderpokal des Landkreises. Mit 120 Punkten belegten die Haunstetter Jugendschwimmer den dritten Platz. Während der Ferienzeit stellten sich Mitglieder der Jugendgruppe als "Ferienarbeiter" bei der Altenbetreuung im BRK-Altersheim St. Albert zur Verfügung. In diesem BRK-Heim konnte die Ortsgruppe einen Gruppenraum und ein Geschäftszimmer zur besseren Mitgliederbetreuung einrichten.

1973

Eine fröhliche Geburtstagsparty wurde 1973 ein Jugendschwimmwettbewerb zum 15-jährigen Bestehen der Ortsgruppe. Den Mannschaftswettbewerb 4x50m gewann die Haunstetter WW-Jugend. In der Freistilstaffel 4x50m für Jugendleiter erzielten die Haunstetter Wasserwächter den ersten Platz, Sieger im Schwimmbrettslalom wurde Walter Sturm aus der Haunstetter WW-Jugend.
Zum Abschied vom Badesommer gab es bei einer Radwanderung nach Hurlach in den Lechauen eine tolle Schlammschlacht. Auf Luftmatratzen ging es durch die wilden Wellenbänke des Lechs. Der Herbstausflug zum Alpamare in Bad Tölz krönte das 15-jährige Bestehen ab.

1974

Mit der Eröffnung des Hallenschwimmbades in Haunstetten am 16.11.1974 ging ein Wunschtraum für die Wasserwächter in Erfüllung. An beiden Tagen der offenen Tür war die Gruppe zusätzlich als Badeaufsicht tätig. Mit der Seniorin Resi Wagner von der Abteilung Augsburg-Stadt und Kameraden der Augsburger Hochablasswache zogen die Rettungsschwimmer/-innen als Springergruppe unter dem Motto "Wassersport zur Jahrhundertwende" eine Schau ab. Die Wasserwacht hatte viele Lacher auf ihrer Seite.
Im November 1974 begann die Ortsgruppe Haunstetten mit der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Anfängerschwimmkursen. 152 Kinder von 6-10 Jahren nahmen an diesen Anfängerschwimmkursen teil. 65 Frühschwimmer und 15 Freischwimmer wurden an die Kinder ausgegeben.

1975+'76

Wochenlanges Training im Hallenbad hatte zu einer Leistungssteigerung der Jugend- und Aktivenmannschaft und somit zum großartigen Erfolg beim 1. und 2. Rettungsschwimmwettbewerb der Augsburger Wasserwachtstationen geführt. Mit 100 Punkten konnten die Haunstetter den Wanderpokal der Abteilung gewinnen.

1977

5. Wasserwacht Bundeswettbewerb Rettungsschwimmen Höhepunkt der Jugendförderung im Rettungsschwimmen war der 5. Wasserwacht Bundeswettbewerb im Haunstetter Hallenbad am 21. Mai 1977. An der Ausrichtung dieser bundesweiten Veranstaltung war die Ortsgruppe mit einer Ausstellung vorbildlich beteiligt.
Ein besonderes Highlight erlebten die Jugendlichen der Ortsgruppe im Sommer 1977. Zum ersten mal in der Geschichte der Ortsgruppe wurde ein Auslandslager durchgeführt. Ca. 42 Jugendliche und ihre Betreuer fuhren für zwei Wochen nach Aabenraa in Dänemark auf ein unvergessliches Zeltlager.

1978

Regenwetter beeinträchtigte das bunte Programm an 24./25. Juni 1978 aus Anlass des 20-jährigen Bestehens. Eine ernstfallmäßige Übung im Lechgebiet bei 14 Grad Wassertemperatur, bei der ein Verletzter über einen umspülten Steg ans sichere Ufer transportiert werden musste, wurde schnell vom Einsatzleiter Werner Nisseler abgebrochen. Trotz unfreundlichem Wetter hatte sich am Nachmittag im Freibad eine größere Besucherzahl eingefunden. Die Mädchen der NIXEN-Gruppe demonstrierten tänzerisch stilecht die Badebekleidung aus Großmutters Zeiten. Riesenspaß hatten die Kinder mit der Riesenschlange aus Loch Ness beim Spiel im Freibad. Beim Festabend im Gasthof Settele konnten zahlreiche Gäste begrüßt werden. Eine Festschrift mit Berichten über die Aktivitäten und Leistungen wurde herausgegeben.

1979

Neuland für den Umweltschutz im Stadtteil Haunstetten wurde erstmalig bei einer Altglasaktionen am 13.1.1979 betreten. Berge von Glas wurden zusammengekarrt und zu Scherben verarbeitet. Die Erlöse lagen im Durchschnitt zwischen 25 und 30 Tonnen pro Aktion. Der Gewinn dieser Aktionen diente der Beschaffung von Rettungsgeräten. Beim Lechabschwimmen einer Aktivengruppe zum Saisonabschluss gab es eine Gänsehaut, bis die Wasserwachtstation Hochablass erreicht wurde.

1980

Rot-Kreuz-Haus Haunstetten Zu einem heißen Auftakt der Badesaison 1980 wurde der Einsatz der Lechwache bei einen Brand im Heidegelände des Haunstetter Waldes. Das Einsatzfahrzeug wurde zur Alarmierung von Rettungskräften mit einem Funkgerät ausgerüstet. Zwei komplette Taucheranzüge, Rettungsschwimmbrett und Handfunkgeräte vervollständigten die Ausrüstung.
Am 2. Juli wurde der neue Rot-Kreuz Stützpunkt an der Johann-Strauss-Str. 11 eingeweiht. Der Wasserwacht standen folgende Räume zur Verfügung: Ein Geschäftszimmer für die Mitgliederbetreuung, ein Lager für Geräte, zwei Jugendräume, ein Bastelraum mit einer gemütlichen Ecke und eine Garage für das Einsatzfahrzeug mit Hänger und Schlauchboot. Die Neuwahlen 1980 hatten folgende Ergebnisse: Ortsgruppenleiter Werner Nisseler, Technischer Leiter Günter Nisseler, Wasserwacht Arzt Dr. Eberhard Pfeuffer. Die Jungmitglieder wählten Peter Hoffmann zum Jugendwart.

1981

Naturschutzaktion Nachdem der Martinisee mit seinem klaren Wasser, südlich der Gartenanlage "Alpenblick", an Beliebtheit bei der Bevölkerung als Badegewässer zugenommen hatte wurde in einem "Großreinemachen" von Wasserwachttauchern buchstäblich der Grund des Sees abgesucht. In einem vierstündigen Einsatz kamen viele Zivilisationsabfälle zusammen, die eine ganze Wagenladung voller Unrat ergab. Die neue Rettungsstation wurde in der Badesaison mit drei Wachgruppen besetzt.
Eine dramatische Aktion am Lech gab es bei einem Badeunfall im August 1981 unterhalb des dritten Wehres. Dort drohte eine 40-jährige Frau im Kehrwasser unterzugehen. Aufmerksame Badegäste auf einer Kiesbank konnten diese aus dem Wasser bergen, sowie eine Wasserwacht-Radstreife der Lechwache zu Hilfe rufen. Die Wasserwächter begannen bei der bewusstlosen Frau sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen, die zum Erfolg führten.
Voll Stolz konnte der technische Leiter Karl Tomaschek bei der Jahreshauptversammlung 1981 über weitere Einsätze im Bad bei über 2500 Wachstunden berichten. Zum neuen Ortsgruppenleiter wurde Gerhard Friedrich gewählt.
Eine Fördergemeinschaft ermöglichte die Beschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges für den Wachdienst am Lech. Viel Eigenleistung beim Innenausbau des Fahrzeuges erbrachte die Väter der Aktiven Hirsch/Weber, sowie die Gebrüder Hoffmann.

1982

Gruppenstunde Ihr Debüt als kommissarische Leiterin der Ortsgruppe gab Brigitte Meitinger, die als erste weibliche Aktive an der Spitze der Gruppe stand.

1983

Ein ganz besonderes Sommerlager konnte der damalige Jugendleiter der Ortsgruppe, Peter Hoffmann, im Sommer 1983 leiten. Die Ortsgruppe fuhr zum zweiten Mal seit Bestehen in ein Auslandslager, diesmal ins schöne Pustertal in Südtirol.
Am 08. Oktober 1983 wurde die letzte Altglassammlung am Güterbahnhof durchgeführt - endlich haben die Schlammschlachten ein Ende. Im Bauhof der Stadt Augsburg ging's - ohne dreckige Füße - weiter.
Zum 25 jährigen Jubiläum der Ortsgruppe wurde u. a. eine "Waldführung" mit Josef Linder veranstaltet. In der Augsburger Zeitung erschienen einige mysteriöse Gerüchte über die Schließung des Naturfreibades, da der Friedhof vergrößert werden sollte.

1984

Richtig ins Schwitzen kam die Jugend beim Fahrradlager 1984 in Missen im Allgäu.
Bei einem Bildersuchlauf für die Öffentlichkeit, den die Jugend veranstaltete, kamen leider nur wenige Teilnehmer.
Die Technik lies sich auch bei der Wasserwacht nicht aufhalten: In diesem Jahr wurde die Mitgliederverwaltung auf EDV umgestellt. Neuer kommissarischer Leiter der Ortsgruppe wurde Günter Nisseler, der im Herbst 1984 bei Neuwahlen bestätigt wurde.

1985

Altglassammlung Alles neu macht das Frühjahr: Der Dachboden im Rot Kreuz Haus wurde als Lagerraum für Material in Eigenleistung ausgebaut. Der Förderkreis der Wasserwacht ermöglichte 10 Freiwilligen der Ortsgruppe den Erwerb des Sporttauchscheines. Trauermeldung des Jahres: Die Altglassammlung ist tot! Sie musste wegen mangelnder Rentabilität sterben. (Aber jetzt gab's ja ein Seefest!)

1986

Naturfreibad Haunstetten Erste Erfahrungen an großen Gewässern konnten die Wasserwächter bei der ersten Ammerseewache 1986 erwerben. Durch Personalmangel der Wasserwacht Dießen wurde an zwei Wochenenden im Jahr die Wachstation Riederau durch Haunstetter Rettungsschwimmer besetzt. Die Ausrüstung der beiden Wachstationen Lech und Naturfreibad wurde durch den Kauf von zwei Blutdruckmessgeräten ergänzt.

1987

Die Wasserwacht expandierte weiter. Im Jahre 1987 wurde an dem Stützpunkt "Univiertel" (dessen Betreuung bereits 1986 begann) weiter gearbeitet. Unter der Leitung von Walter Leder entstanden im Jugendzentrum Univiertel ein Gruppenraum und diverse Gruppenstunden. Um die Wasserwacht im Univiertel bekannt zu machen wurden unter anderem 1400 Handzettel an die dortigen Haushalte verteilt.
Die fleißigen Seefesthelfer ermöglichten die Anschaffung eines neuen Wasserrettungsfahrzeugs das allerdings erst 1988 offiziell der Ortsgruppe übergeben wurde.

1988

Naturfreibad Haunstetten Um den Bereich des Wehres besser im Blick zu haben, wurde im Frühjahr 1988 die Wachstation unmittelbar neben das vierte Lechwehr verlegt. Trotz einer kurzen Umgewöhnungsphase waren (fast) alle Wachgänger mit dem neuen Wachplatz bald zufrieden.
Leider stand Günter Nisseler der Ortsgruppe bei den Neuwahlen 1988 nicht mehr zur Verfügung. Allerdings wurde mit Walter Leder und Heidi Neubert ein ebenso gutes Nachfolgeteam in die Ortsgruppenleitung gewählt. Bei der 30 Jahr Feier der Ortsgruppe gab es unter anderem einen "Computertag" für die Haunstetter Kinder, eine "Wasserdisco" im Hallenbad Haunstetten und "Spiel ohne Grenzen" für die Haunstetter Öffentlichkeit im Naturfreibad.

1989

Umzug "Jugend trainiert für Olympia" hieß eine Veranstaltung des bayerischen Schwimmverbandes die 1989 im Haunstetter Hallenbad durchgeführt wurde. Die Haunstetter Rettungsschwimmer sicherten die Veranstaltung auf Wunsch des Veranstalters ab. Die ersten Gehversuche einer "Schnelleinsatzgruppe Wasserrettung", die seit 1988 liefen, zeigten Erfolg: 1989 wurde die Haunstetter SEG fester Bestandteil der Augsburger Schnelleinsatzgruppen.
Um einen "kleinen" Gefallen wurde die Jugend der Ortsgruppe gebeten: durch den Neubau des Altenwohnheims in der Marconistraße bat der Kreisverband um die zeitweilige Überlassung von einem Gruppenraum für höchstens 8 - 9 Monate. Natürlich sagte die Ortsgruppe zu - und verabschiedete sich durch diese Gutmütigkeit für über drei Jahre von ihren Gruppenräumen.

1990

Der Rottachspeicher stand bei einer Jugendaktion im Mittelpunkt. Im Rahmen einer Naturschutzaktion wurden Pflanzen von dort geholt und im Naturschutzgebiet am Lech wieder eingepflanzt. Auch für die SEG war 1990 ein ereignisreiches Jahr: 17 mal mussten die freiwilligen Schnellretter zu Einsätzen rund um Augsburg ausrücken. Und noch ein Jubiläum: Unser Naturfreibad wurde 30 Jahre alt!

1991

Auf dem Wasser mobil wurde die noch junge SEG der Ortsgruppe im Frühjahr 1991. Durch die Bemühungen der Ortsgruppenleitung konnte man endlich einen 15 PS starken Honda Außenbordmotor an unserem Schlauchboot befestigen.
Der Ammersee war 1991 das Ausflugsziel von 30 Kindern und Jugendlichen aus Tschernobyl, die, betreut von Haunstetter Wasserwachtjugendlichen, dort einen Tag ungestörte Freizeit verbringen.
Viele fleißige Helfer tummelten sich bei zahlreichen Einsätzen im Herbst 1991 im Naturfreibad Haunstetten. Um das Bad weiterhin attraktiv zu gestalten wurden erstmals Hecken geschnitten, Laub gerecht, Rasen gemäht und vieles mehr. Diese "Freibadaktionen" sind mittlerweile fester Bestandteil der Aktionen der Ortsgruppe.
Die Öffentlichkeitsarbeit sollte wieder größer geschrieben werden: Ein Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit unter der Leitung von Stefan Mair wurde gegründet und ging unverzüglich an die Arbeit.

1992

Laubaktion im Naturfreibad Haunstetten Und zwar recht erfolgreich. Bereits Anfang 1992 stellte der Arbeitskreis eine neue und sehr schöne Werbebroschüre für die Haunstetter Wasserwacht vor. Die Broschüre war so gut, dass sie zum Teil vom Bezirksverband kopiert wurde. Auch ein anderer war erfolgreich: Walter Leder wurde in seinem Amt als Ortsgruppenleiter bei den Neuwahlen bestätigt.
Für die Jugend wurde ein "Wasseruntersuchungskoffer" angeschafft, mit dem man die Wasserqualität von Lech und Freibad regelmäßig überprüfte.

1993

Das kannte man doch irgendwoher: In der AZ wurden 1993 wieder mal Gerüchte veröffentlicht, dass das Naturfreibad in einen Park umgewandelt werden sollte. Ein Alternativbad sei im Univiertel geplant. Diese Meldungen stellten sich allerdings nach gezielten Rückfragen durch die Wasserwacht als "Enten" heraus.
"Unsere Station muss schöner werden!" war das Motto nach der Wachsaison '93. Unser Wachturm im Freibad bedurfte dringend einer Renovierung.
Für die Haunstetter Bevölkerung wurde im Herbst 1993 mit großem Erfolg erstmals ein Wassergymnastikkurs angeboten. Dank dem Ausbilder Günter Nisseler konnte so die Breitenausbildung der Ortsgruppe erneut erweitert werden.

1994

Motorrettungsboot der Wasserwacht Unsere Schnelleinsatzgruppe hatte Grund zum Feiern: Im Rahmen der Mittelbeschaffung des BRK bekam sie ein neues Schlauchboot.

1995

Renovierung Wachturm "Endlich fertig" dachten sich einige unserer Aktiven im Frühjahr 1995. Nach langer Bauzeit, viel Mühe und Schweiß war die Turmrenovierung endlich beendet. Jetzt, nach einer Betonsanierung und dem kompletten Umbau der Innenräume strahlte unsere Wachstation im Freibad in neuem Glanz. Ebenfalls in neuem Glanz erstrahlte die SEG, deren Konzept von Harald Geisser vollkommen neu überarbeitet und professionalisiert wurde.
Einen Hauch von Malibu Beach erlebten die Jugendlichen seit dem Sommer 1995 im Naturfreibad Haunstetten. In Zusammenarbeit und unter der Leitung der Stadt Augsburg wurde auf dem alten Nichtschwimmerbecken ein neues Beachvolleyballfeld errichtet.
Ein "Seefest" im Winter veranstaltete die Ortsgruppe erstmals im Dezember 1995. Beim "Nikolausmarkt" im Naturfreibad sollte mit "Selbstgekochtem" und "Selbstgemachtem" etwas Geld für das Naturfreibad verdient werden. Trotz des großen Fleißes aller Beteiligten musste der Markt 1997 mangels Kunden wieder eingestellt werden.

1996

Aufgrund eines beruflichen Wechsels stand Walter Leder der Ortsgruppe bei den Neuwahlen 1996 nicht mehr zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde Stephan Mair.
Eine unserer Jugendgruppen machte einen ganz besonderen Ausflug. Sie durften - als Preis nach einem Schwimmwettkampf - unseren Landesminister Stoiber in München besuchen. Im Rahmen eines Empfanges wurden Sie dem Landesvater vorgestellt. Für unsere Jugendlichen ein unvergesslicher Nachmittag!
Die Wasserwacht und der Förderkreis der Wasserwacht stellten im Herbst 1996 gemeinsam den durch Spenden finanzierten Spielplatz auf der Insel im Naturfreibad auf. An zwei Wochenenden wurde die "Spielburg" von fleißigen Helfern errichtet und verschraubt.

1997

Für unsere Ausbildung wurde ein HLW-Phantom beschafft und über eine großzügige Spende des Kameraden Andreas Weißbach finanziert.
Auch unsere SEG bekam etwas Neues: Der schon in die Jahre gekommene Hänger der Schnelleinsatzgruppe wurde durch einen neuen ersetzt, und bis zum Wachbeginn 1998 in Eigenarbeit ausgebaut.

1998

Augsburger Wasserrettungssymposium Das Jahr 1998 stand ganz im Zeichen des 40-jährigen Bestehens der Wasserwacht-Ortsgruppe. Neben einer Festschrift gab es einen Festgottesdienst mit anschließendem Festabend im Gasthaus Settele. In den Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten wurde auch die Idee eines Wasserrettungssymposiums geboren und in Zusammenarbeit mit der Wasserwacht Abteilung durchgeführt. Rund 300 Teilnehmer verschiedenster Rettungsorganisationen aus dem gesamten Bundesgebiet bildeten sich in Vorträgen und Workshops weiter. Das Symposium wurde bis 2006 im Zweijahresrhythmus durchgeführt. Nachdem Stephan Mair aus beruflichen Gründen den Vorsitz der Ortsgruppe abgab, übernahmen Ralf Ischwang und Max May kommissarisch die Leitung.

1999

Infolge von starken Regenfällen im Einzugsgebiet von Lech und Wertach kam es an Pfingsten zu einer Hochwasserlage in Augsburg, die in einem Dammbruch an der Wertach in Göggingen gipfelte. Daraufhin wurde die Schafweidsiedlung und in der Folge Teile von Pfersee überflutet. Im Einsatz war unter anderem unsere Schnelleinsatzgruppe, deren Aufgabe es war die Anwohner zu wecken und zu warnen. Außerdem musste eine Altenpflegeeinrichtung mit bettlägerigen Patienten evakuiert werden.
Beim Seefest konnten die Besucher an einem Infostand der Ortsgruppe ihre Kenntnisse in der Herz-Lungen-Wiederbelebung auffrischen und an unseren Phantomen praktisch umsetzen.

2000

Messestand bei der Interschutz In einem Jungaktivenprojekt sollten unsere Jugendlichen dazu motiviert werden, sich stärker in der Wasserwacht zu engagieren. Leider wurde das Projekt mangels Erfolg nach einiger Zeit wieder eingestellt.
Auf der Interschutz, die im Jahr einmalig in Augsburg stattfand, stellten Mitglieder der Wasserwacht Haunstetten am Stand des Deutschen Roten Kreuzes die Arbeit der Wasserwacht vor.
Statt eines Zeltlagers veranstaltete die Jugend eine "Städtetour". Ziel war Travemünde bei Lübeck.
Bei der Jahreshauptversammlung wurde Ralf Ischwang zum Vorsitzenden und Brigitte Kilburger zur stv. Vorsitzenden gewählt.

2001

SEG der Wasserwacht OG Haunstetten Ein neues Einsatzfahrzeug (VW LT35) wurde über Mittel des Rettungsdienstes beschafft. Das Fahrzeug wurde auf eigene Kosten etwas abgeändert, um unseren Anforderungen zu genügen, so wurde z.B. die Rücksitzbank entgegen der Fahrtrichtung angebracht, zwei zusätzliche Sitze eingebaut und ein Halter für das Rettungsbrett konstruiert.
Nach der Totalrenovierung unseres Geschäftszimmers unter Leitung von Kerstin Birkner, war nur noch die Schrankwand unverändert geblieben. Alles andere hatte sich in einen wunderbaren Büroraum mit neuer Einrichtung verwandelt.

2002

Beim Jahrhundert-Hochwasser an der Elbe waren auch Helfer des BRK im Einsatz, Dieter Gaebel war in Prina dabei.
Mit Fortbildungen auf der Wache und einer abschließenden Real-Einsatzübung wurden die Wachgänger auf ihre Tätigkeit vorbereitet.
MTV Campus Invasion - unter diesem Namen verbarg sich ein großes Open-Air-Festival auf dem Gelände der Uni-Augsburg. Unsere Ortsgruppe wurde vom Veranstalter zur Absicherung des Uni-Weihers angefordert.

2003

Seminarzentrum Großen Jubel gab es beim Jugend-Rettungsschwimmwettbewerb um den Sepp-Linder-Pokal - dort erreichte die Stufe 3 der Ortsgruppe den 1. Platz und durfte daraufhin am Landeswettbewerb teilnehmen.
Wolfgang Gaebel übernahm kommissarisch den stv. Vorsitz, nachdem Brigitte Kilburger aus beruflichen Gründen leider nicht mehr vor Ort sein konnte.

2004

Geburtstag Josef Linder Nach über 4 Jahren Bauzeit eröffnete der Förderkreis am 2. Mai sein Seminarzentrum am Freibad mit einem Tag der offenen Tür.
Renovierungsarbeiten standen wieder einmal im Rot-Kreuz-Haus an. Die Sitzbänke an der Terrasse wurden erneuert und der Mehrzweckraum und ein weiterer Gruppenraum einer Generalsanierung unterzogen.
Zum 90. Geburtstag unseres Gründungsmitglieds Josef Linder lud der Wasserwacht-Bezirk in das Rot-Kreuz-Haus Haunstetten zu einer Feier ein. Die Jugend sorgte mit einem perfekt einstudierten Sketch für Kurzweile.
Zum neuen Vorsitzenden wurde Wolfgang Gaebel gewählt.

2005

Unseren Technischen Leiter Dieter Gaebel verschlug es für ein Jahr beruflich nach Texas, ins absolut trockene El Paso, mal was ganz anderes für eine Wasserratte.
30 Jahre gab es nun schon den Sepp-Linder-Pokal, und unsere Jugend war wieder einmal mit drei Mannschaften dabei.
In den Gruppenstunden wurde das große Rot-Kreuz-Thema des Jahres, Kinder- und Jugendarmut, ausführlich besprochen und in Workshops ausgearbeitet.
Peter Hoffmann war beim Erdbebeneinsatz des Roten Kreuzes in Pakistan zur Unterstützung der Trinkwasserversorgung im Katastrophengebiet.

2006

Geräteanhänger der SEG Optischer Umbau beim BRK - die Logos, Schriften und Publikationen wurden dem Erscheinungsbild des DRK angepasst.
Das Wasserrettungssymposium wurde um die Themen Helfer vor Ort und Landrettung erweitert und zum Rettungssymposium umbenannt. Damit fand das Symposium - eine Idee der Wasserwacht Ortsgruppe Haunstetten - zum fünften Mal statt.

2007

Gruppenbild SG300 Durch zwei großzügige Spenden unterstützte Hans von Malottki die Wasserwacht Ortsgruppe mit insgesamt 7000 Euro. Davon wurde unter anderem ein neues Großzelt (SG300) beschafft.
Nach langer Zeit wagte sich wieder eine Mannschaft aus Augsburg zum Georg-Mayr-Pokal, alles mutige Haunstetter, und wurden mit einem hart erkämpften vierten Platz belohnt.
Nach fast einem Jahr ohne Spielplatz wurde auf der Insel im Freibad eine neue Spielburg durch den Förderkreis der Wasserwacht finanziert und errichtet.

2008

Nach der Vertreibung aus dem Dachboden vor einigen Jahren und der Unterbringung in Räumen des Kreisverbandes in Göggingen, kehrte das Materiallager wieder in den Dachboden und in einen Container neben der Garage des RK-Hauses zurück.
Die Jugend erreichte wieder mit einer Mannschaft einen 1. Platz beim Sepp-Linder-Pokal und durfte beim Landeswettbewerb gegen Mannschaften aus ganz Bayern antreten.
50 Jahre Wasserwacht Haunstetten 1958 - 2008