Erdbebenhilfe in Pakistan - Bericht von Peter Hoffmann

Steckbrief:

Peter Hoffmann, 44 Jahre alt, seit 1975 aktiv bei der Wasserwacht Augsburg-Stadt, Ortsgruppe Haunstetten.

2002 übernahm der Kreisverband Augsburg Land die Trinkwasseraufbereitungsanlage des Bayerischen Roten Kreuzes. Mein Einstieg im Bereich Trinkwasseraufbereitung.

Hinweise:
Die optimale Anzeige erhalten Sie mit Mozilla Firefox.
Klicken Sie auf die Bilder um sie zu vergrößern.

Tagebuch

Mittwoch, 2.11.2005 ca. 15.00 Uhr
Ich war beruflich in Augsburg unterwegs, als das Handy schellte. "Joachim Jäger, Deutsches Rotes Kreuz. Hallo Peter, wir brauchen dringend Einsatzkräfte für die Trinkwasseraufbereitung in Pakistan". Irgendwo in meinem Inneren hatte ich mit einem Anruf irgend wann gerechnet. Trotzdem war ich baff. Wenn, dann sollte der Einsatz so bald wie möglich losgehen - und am besten mindestens 6 Wochen. Ich bat mir einen Tag Bedenkzeit aus. 5 Minuten darauf ein Anruf von meiner Frau " wer ist Herr Jäger vom Deutschen Roten Kreuz und was will er??? Gehst du vielleicht ins Ausland - nach Pakistan????" Das wollte ich am Abend mit meiner Frau besprechen. In der nächsten halben Stunde fällte ich meine Entscheidung für mich - ich will gehen.
Ein Anruf beim Freund und Mitbestreiter Alex (Leiter der Trinkwassergruppe in Königsbrunn) nahm mir die Entscheidung auch nicht ab. Er meinte nur "das ist die Chance für unsere Gruppe".
Meine Frau sah das Elend der dortigen Bevölkerung in den Medien. Sie verstand, daß ich gehen will. In der Nacht machte ich kein Auge zu.
Donnerstag, 3.11.2005 8.00 Uhr
Donnerstag früh ein Anruf bei Joachim und meine Zusage für eine Einsatzdauer von vier Wochen. Dann kam der nächste Hammer - Abflug nächstes Wochenende. Was, wann, wie..... alles offene Fragen auf die es keine Antwort gab. Ich wusste nur nach Batagram in die Berge zur Wat/San Eru als Techniker. Alle weiteren Infos in den nächsten Tagen. Am Nachmittag sollte mich Frank Bartholomäus zurückrufen. Es kam kein Rückruf.
Wieder eine Nacht ohne Schlaf.
Freitag 04.11.2005
Am Vormittag ein Anruf bei Joachim. Immer noch nichts Konkretes. Soll ich wirklich gehen??
Für Ihn ist es klar, mein Einsatz steht fest. Abflug soll nächste Woche Freitag, Samstag oder Sonntag sein. Dass kann er mir noch nicht genau sagen. Aber er benötigt noch schnellstens Passbilder und meinen Reisepass für das Visa. Und außerdem soll ich noch in der nächsten Woche nach Berlin kommen. Sie kümmern sich um Flug und alles weitere. Also schnell am Freitag Pass und Bilder losgeschickt, in der Hoffnung dass diese am Montag beim DRK sind. Eine Info bekam ich - der Einsatzort liegt in den Bergen und nachts hat es bereits minus 8 Grad.
Heute ist im örtlichen Supermarkt Angebotstag für Winterunterwäsche, Thermohose, Stiefel etc. Also los und kaufen. Unterwegs treffe ich Alex. Alex meint es kann nicht schaden, gewappnet zu sein und kauft seine Ausrüstung gleich mit ein.
Wochenende, 5. u. 6.11.2005
So, jetzt heißt es, alles vorzubereiten. Zuhause alles in Ordnung bringen, alles in der Firma vorbereiten (da ich ein Einmannunternehmen bin, bedeutet das, 4 Wochen zusperren).
Meine erste Nacht seit 3 Tagen, in der ich wieder schlafe.
Montag 07.11.2005
Anruf bei Joachim. Die Bilder und der Pass liegen vor. Sie hoffen, dass der zur Zeit bei den Muslimen stattfindende Feiertag Ramada uns keinen Strich durch die Rechnung macht. Keiner weiß, wann die Feier zu Ende ist.
Mein Flug für mein Briefing in Berlin ist am Mittwoch gebucht. Und meine Abreise wird voraussichtlich am Sonntag vom Flughafen München sein. Das steht aber auch noch nicht fest. Weiter Infos am Mittwoch. Mal sehen.
Und dann der Rückruf von Kamerad Bartholomäus. Es werden die Eckdaten meines Arbeitsverhältnisses kurz abgeklärt. Und wieder der Satz: "Alles weitere am Mittwoch". 100 Fragen und keine Antworten.
Am Abend der erste Lichtblick. Ein Telefonat mit Kalli, den Teamleiter der Wat/San-Eru in Pakistan. Einige Tipps zur Ausrüstung.
Dienstag 08.11.2005
Ich kriege es auf die Reihe. Meine Frau und meine Kinder leiden zwar unter der ganzen Hektik, haben aber Verständnis und halten zu mir.
Mittwoch 09.11.2005
Flug nach Berlin. Das erste Zusammentreffen mit Thomas, mein Teamleader. Er fliegt einen Tag nach mir runter und somit werden wir beide die erste Ablösung sein. Stunden von Situationsbeschreibungen, unsere Aufgabenstellung, unser Einsatzgebiet,… Weiterhin erster Kontakt mit den für uns zuständigen Ansprechpartnern in Berlin. Das Mittagessen wird aus Zeitmangel gestrichen. Das Visa und Flugtickets kommen um 13.00 Uhr. Die größte Hürde ist geschafft. Mein Flug geht Sonntag. Jetzt ist das wichtigste geregelt. Und zurück nach Hause.
Donnerstag 10.11.2005 bis Samstag 12.11.2005
Arbeiten, packen, beschaffen, organisieren - nur Stress. Samstag Abend ist alles geschafft. Meine Reisekiste ist zu.
Sonntag 13.11.2005
Punkt 8.50 Uhr steht mein Taxi - Alex - vor der Tür. Der Abschied zu Hause fällt schwer - vor allen Dingen meiner Frau.
Meine Gedanken sind bereits in Pakistan. Punkt 10.10 Uhr sind wir am Münchner Flughafen. Eine nicht enden wollende Schlange vor dem Schalter. Somit wurde nichts aus der letzten Brotzeit mit meinem Chauffeur. Erste Probleme beim Wiegen des Gepäcks 29.00 Kg. "Das ist eigentlich zu schwer, aber beim Roten Kreuz drücken wir ein Auge zu". Habe gedacht, mir stehen 30 Kg Fluggewicht zu.
Von München nach Doha - Business Class. Das heißt, viel Platz und 2 super Essen. 2 ½ Stunden Aufenthalt in Doha. Diese nutzte ich um die ersten Zeilen zu schreiben und ein Magendesinfektionsmittel (Jonny Walker) zu kaufen.
Der Weiterflug war weniger komfortabel. Das Flugzeug war komplett ausgebucht und eng bestuhlt, man saß wie in einer Sardinenbüchse. Und es gab mein 3. Essen in 10 Stunden - Lamm auf Curryreis.
Montag, 14.11.2005


4.00 Uhr Ankunft auf dem Flugplatz in Islamabad. Nach 30 Minuten hatte ich mein komplettes Gepäck und war ausgecheckt. Sofort stürmte ein Einheimischer mit einem Rot-Kreuz Embleme auf mich zu. Super!!! "Mister Rotter?" "No, I am Mister Hoffmann". "I look for Mister Rotter, you are not on my list, I`m from the IFRC".
Somit war die Anfangsfreude erloschen. Nach 20 Minuten stand ich noch immer alleine auf dem Flugplatz. Kein Problem, dachte ich. Handy raus und eingeschaltet - kein Netz. Unser Netz geht in Pakistan teilweise nicht. Ein freundlicher Pakistani fragte, ob er mir helfen kann.
Und so warf ich gnadenlos um 5.00 in der Nacht meinen Ansprechpartner, Dr. Bauer Erhard, aus dem Bett. " Was machst du schon hier, du kommst erst heute Abend um 22.10 Uhr". Denkste! In 20 Minuten war er da und nahm mich in Empfang. JJ (Joachim hatte in seinem E-Mail einen Tippfehler -Abflug Doha 22.10 Uhr Ankunft Islamabad 14.10.2005 22.10 Uhr). Somit wurde ich bereits bei der Ankunft auf meine Auslandstauglichkeit und Flexibilität getestet.
Nach drei Stunden Schlaf wartete ich auf meinen Chauffeur. Welch Wunder - in Erhards Unterkunft besteht ein Wireless Lan Anschluss. Somit kann ich meine ersten Lebenszeichen nach Deutschland schicken. Morgen geht es zu meiner ERU Einheit.
14.00 Uhr das erste Mal in unserem Liaison Office in Pakistan. Dieses befindet sich mit dem Headquater der Föderation in einem Gebäude. Überall ein "hello" and "nice to see you". Ich treffe Markus Sting. Markus ist der erste, der unser Camp in Batagramverlässt und nach Hause fährt. Der Ablösende bin ich. Für uns beide ist bereits ein Hotel gebucht. Wir können noch zusammen 2 Stunden über den Markt bummeln. Der Markt ist nicht für Touristen gedacht.
Afghanisches Abendessen mit Jo, dem fliegenden Bergdoktor, uns beiden, Erhard und seinem Assistenten. Voll mein Geschmack! Wenn das so weitergeht, werde ich nichts abnehmen.
Dienstag, 15.11.2005
8.00 Uhr bei Erhard im Büro. Thomas, ist von Deutschland heute morgen um 6.00 Uhr angekommen. Sieht nicht gerade taufrisch aus.
Unser erstes Ziel - Visaverlängerung. Mir teilt man mit, ich müsse es nicht verlängern, dass geht gerade so. Aber Thomas hat Probleme. Die hiesige Verwaltung braucht eine Bestätigung von der deutschen Botschaft. Also zurück zu Erhard.
Nach 2 Stunden ist Thomas wieder da. Ohne Reisepass und Visa. Dies kann man in 3 Tagen abholen.
13.30 Uhr Sicherheitseinweisung mit 9 weiteren Neuankömmlingen der Förderation. Erhard muss kurzfristig seinen Plan ändern. Auf Grund einer wichtigen Einladung im Konsulat kann er uns am Mittwoch doch nicht persönlich nach Pakistan bringen. Wir können aber Mittwoch Mittag mit einem Mitglied der Förderation mitfahren. Diese wird uns bis Manshera mitnehmen. Italienisches Abendessen mit Jo, Markus, Erhard und Thomas. Wieder super.
Markus und Jo werden um 23.30 Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht. Nach 4 Wochen Einsatz werden sie wieder die Heimat sehen.
Mittwoch, 16.11.2005
Auschecken und zurück ins Office. Erwartungsvoll warten wir auf unseren Start in die Berge.
10.00 Uhr treffen unsere Fahrerin Ulla.
Aber dann die Enttäuschung - sie fährt doch nicht mittags los. Wir bekommen innerhalb von 5 Minuten ein Ersatzfahrzeug vom IFRC und rasen nach Manshera. - Es ist nicht vorstellbar, wann, wo und wie man überholen kann!
Der nächste Fahrer bringt uns weiter an unser Ziel. Welch Freude, ich kenne außer den Österreichern alle im Camp. - Conny der Feuerwehrmann vom First Aid in the Field, Wilhelm, (das ist ohne gültigen Ausweis vom Convoi Fist Aid in the Field) und natürlich Kalle.
Ist wie zu Hause und Top Stimmung. Saß abends mit Conny noch bis 23.00 Uhr zusammen.
Donnerstag, 17.11.2005
Alle Leute sind freundlich. Grüssen und versuchen, Konversation zu führen.
Unser Camp ist Top eingerichtet. Mit warmen Duschen, Waschmaschine, Toilette, beheizten Zelten. Frühstück um 7.45 Uhr.
Mein erster richtiger aktiver Tag in Pakistan. Zunächst Briefing, danach kurze Orterkundung. Conni fängt mit mir zusammen an, ein Containerhospital an unsere Trinkwasserversorgung anzuschließen. Klappt prima mit ihm. Kalle baut an seinen Toiletten. Unsere Hauptaufgabe ist momentan, für Sanitäreinrichtungen zu sorgen.
Nachmittags mein Erfolgserlebnis - Ich bringe die defekte Pumpe zum Laufen. Ein gelungener erster Tag.
Abends Rindsrouladen mit Nudeln und Bohnensalat. Ich glaube, meine Augen waren beim Zubereiten zu groß. Es langte bis Freitag Abend.
Freitag, 18.11.2005
3 Stunden Arbeit und der Containeranschluss ist nahezu fertig. Die Belohnung für Conni und mich; Tee im Behandlungszelt.
Nachmittags Einweisung in unser Stromnetz im Lager durch Werner. Kalle arbeitet immer nach an seinen Toiletten. Thomas arbeitet sich als Teamleader in seinen Aufgabenbereich hervorragend ein. Mein Höhepunkt - erster Fahrversuch mit dem Land Cruiser und ich darf ein Teilstück der Abwasserleitung der Franzosen erneuern. Die Anlage steht.
Samstag, 19.11.2005
Kalles neues Projekt: eine weitere neue Toilette beim Ware House. Nicht schön aber funktionell.
Mein erster richtiger Kontakt mit dem Labor und der TWA im Lager. Wolfgang kommt mit Heppo und Dietmar und übernachtet bei uns.
Zur Feier des Abends: Selbstgemachter pakistanischer Gemüseeintopf.
Sonntag, 20.11.2005
Wir haben seit Tagen strahlenden Sonnenschein. Nur nachts sind die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die Stimmung im Lager ist super.
Werner und Jörg treten heute morgen die Heimreise an. Conny, Heppo und ich fahren nach Maira. Der neue Locale arbeitet zuverlässig. Es wird uns mitgeteilt, dass die hiesige Trinkwasserversorgung bis zum nächsten Wochenende fertiggestellt sein soll und wir unser dort stationiertes Equipement einem neuen Verwendungszweck zugeführt werden können.
Die Landschaft dort ist einzigartig. Erschreckend ist, welche Verwüstung das Erdbeben angerichtet hat. Teilweise sind komplette Ortschaften zerstört. Die Bewohner der Berge suchen Zuflucht und Schutz in den Tälern. Sie kommen teilweise mit Nichts und sind vollständig auf die dort arbeitenden Hilfsorganisationen angewiesen. Diese kommen aus der ganzen Welt und versuchen, das Elend zu lindern. Es ist noch nicht abzusehen, wie viele Pakistanis in den Bergen überlebt haben und Zuflucht in den Lagern suchen. Es können wenige sein, aber auch Hunderttausende. Die Zeltstädte wachsen von Tag zu Tag und stellen höchste Anforderungen an die Logistiker. Weiterhin stellt die Hygiene in den Camps große Probleme dar. Es wird versucht, mit einfachen Mitteln schnellstmöglich Waschgelegenheiten und Toiletten einzurichten. Es muss vermieden werden, dass Fäkalien in die in die Bäche und Flüsse gelangen.
Keiner weiß genau, wie der Winter wird. Somit kann die Kälte nicht nur zum Problem für die Bevölkerung werden. Auch wir stehen vor der Aufgabe, unsere Trinkwasserversorgung winterfest zu gestalten. Dies wird noch ein richtiges Problem werden.
Unsere beiden neuen Österreicher passen super in das Team.
Montag, 21.11.2005
Die Entscheidung ist gefällt. Wir werden unsere Rohwassertanks (Behälter zur Vorbereitung des Trinkwassers) umstellen. Das bedeutet, 4 der 8 Tanks ablassen, teilweise reinigen und umsetzen. Weiterhin die kompletten Anschlüsse ändern. Ich modifiziere Teile der Elektrik. Dadurch können wir Kabel einsparen und alles wird übersichtlicher. Heppo besichtigt seine ersten Baustellen für sein Hygieneprogramm. Er ist begeistert. Kalle und ich machen Labor.
Kyoung-Su kommt am Abend in unserem Camp an. Er wird Conny als Administrator in der Verwaltung ablösen.
Bin hundemüde und gehe bereits um 20.00 Uhr ins Bett.
Dienstag, 22.11.2005
Die nächste Etappe. Wir stellen die 2 Reihe der Tanks um. Jetzt sind wir bereit ein Dach darüber zu bauen und die Anlage teilweise winterfest zu machen.
Connys Einfallsreichtum bei der Verwendung der Absperrventile ist gigantisch. Wir benötigen alles - bis auf den letzten Ansaugschlauch. Nun ist ein Füllen und Filtern ohne umklemmen der Schläuche möglich. Mein Aktionsbereich ist das Lager. Dort beginnt die gründliche deutsche Ordentlichkeit. Nebenbei produzieren wir noch unser Trinkwasser. Ich bin mittlerweile fit beim Bedienen der Anlage. Am Abend sind wir alle stolz über unser Geschaffenes.
Mittwoch, 23.11.2005
Der Tag beginnt wie alle Tage bis jetzt mit strahlenden Sonnenschein. Die Nachttemperaturen fallen, außer in den ersten beiden Nächten nicht unter Null Grad. Tagsüber haben wir im Schnitt 15 Grad. Bis jetzt ist meine Winterkleidung untertags umsonst.
Unsere Locales beginnen, Treppen zu unserer Pumpe am Fluss zu bauen.
Im Lager geht alles seinen geordneten Gang - bis 15.00 Uhr! Neue Order - sofort unsere Anlage halbieren! Eine Hälfte wird dringend in Mustafarabat benötigt. Diese haben Probleme mit dem Trinkwasser.
Somit war unsere Umbauaktion am Montag und Dienstag nur zur Übung. Halbe Anlage abbauen, verpacken und Abtransport zum Heliport. Conny wird morgen früh mit dem Hubschrauber hinüber fliegen und die Anlage aufbauen. Wir sind für jede Überraschung gut.
Donnerstag, 24.11.2005
Bei uns im Lager steht ein komisches Holzgerippe. Heppo meint, es ist der Prototyp einer seiner Toiletten. Na ja. Eine Holzlieferung nach der anderen kommt an. Wir starten unser Großprojekt. Ein Haus für unsere Wasseraufbereitungsanlage.
Gott sei Dank - gestern fand ich beim Aufräumen des Lagers 5 Bügelsägen original verpackt. Somit kann die eine Hälfte der Locales die Balken an einem Ende rechtwinklig zusägen.
Das Holz entspricht nicht gerade europäischen Standard, hilft aber nichts. Thomas stört schon wieder der Standort eines Tanks. Das bedeutet, morgen entleeren, abbauen und umsetzen - nur zur Übung!
Die Dänen und Franzosen sind begeistert von mir. Für sie bin ich der Weihnachtsmann mit all dem Material im Lager.
Es ist beeindruckend, wie alle Nationen sich gegenseitig helfen.
Freitag, 25.11.2005
Kallis vorletzter Tag. Er läuft schon jetzt aufgeregt umher.
Zum Abschied hätte er uns fast noch unseren 1500-Liter-Rückspültank gesprengt. Das Holzgerippe für die Vorbereitungsbecken steht zu 70 %. Thomas ist begeistert. Wir planen, die Vorratsbehälter durch einen 45000 Liter Oxforntank zu ersetzten. Und tatsächlich bekommen wir auch einen von NCA (Norwegian Church Aid). Das nächste Großprojekt.
Das Wetter ist immer noch stabil. Ein Glück für die Bevölkerung hier!
Nachmittags der Telefonanruf von Günter Geiger, unserem Kreisgeschäftsführer von Augsburg Land. Das Interview mit der Presse steht. Ein kurzer Bericht über unseren Aufgabenbereich und Beschreibung der Lage der Bevölkerung. Günter meint, die Spendenaktion "Zelte für Pakistan" läuft super an.
Am Abend wächst unser first worker Zuffi über sich hinaus. Für Kalle gibt es 2 Platten Reis mit Huhn als Abschiedsessen. Sehr scharf und ein eigener Geschmacksrichtung - mit nichts zu vergleichen.
Samstag, 26.11.2005
Kalles Abreise. Alle Locales sind traurig. Dann geht es den ganzen Tag: Thomas rettet uns am Abend. Als wir bei stockfinsterer Nacht ins Office kommen, hat er bereits das Abendessen zubereitet - Kassler mit Kartoffelbrei.
Und nun noch eine Überraschung. Nach 2 Wochen Sonnenschein ein richtiges Gewitter. Leider ein paar Tage zu früh. Unser Dach ist noch nicht fertig.
Sonntag, 27.11.2005
Ein sch... Tag. Es ist lausig kalt und es regnet ohne Ende. Die Berge um uns herum sind weiß - es hat geschneit. Die triefnasse Locales.
Thomas Beschluss: es hilft nichts, der Vorraum vor dem Office muss gebaut werden. Somit: Gräben schaufeln, sägen, nageln, aufwärmen.
Der Vorbau wird wieder eines unser Wunderwerke mit massivem Holzboden, Rahmen und Blech verkleidet. Heute brauchen wir kein Wasser aufbereiten. Die Truckfahrer haben frei und somit ist unser Vorrat mehr als ausreichend.
Der Platz wird immer mehr zur Sumpflandschaft. Die Laune sinkt mit den Temperaturen. Am Abend noch eine kurze Nachtschicht, und der Vorraum ist zumindest geschlossen.
Ein trauriger erster Advent ohne Kerze, ohne Weihnachtslieder und ohne Familie. Wir gehen früh zu Bett (Schlafsack).
Montag, 28.11.2005
Der Regen hat nachgelassen. Meine Aufgabe, die komplette Installation im Vorraum einzurichten.
"Else", unser Wasch- und Putzmann ist begeistert. Sein Reich ist überdacht und beheizt. Nur ein Problem: nach dem dritten Versuch, sich ein paar von unseren Hausschuhen (Badeschlapper) anzueignen, sieht er ein, barfuss zu laufen. Da können wir ihm leider nicht helfen. Hauptsache er nicht mit unseren Schlappern.
Unser Locales sind durchgefroren und demotiviert. Wir müssen ihnen jeden Handgriff einzeln anschaffen.
Mittags - endlich - reißt der Himmel auf. Gott sei Dank!
Kyoung-Su hat ebenfalls einen Sch.... Tag - 4 mal anschwemmen. Wir sehen es mit Gelassenheit. Heute schaffen wir es, Feierabend mit Anbruch der Dunkelheit zu machen. Am Abend kommt Wilhelm mit unserer neuen Verstärkung. Carsten, von Islamabad, bei uns an.
Abendessen und ab in die Falle.
Dienstag, 29.11.2005
Carsten macht sich gut bei der Wasseraufbereitung.
Vormittags bin ich wieder Mädchen für alles. Das Hauptprojekt - ein Fußboden im Office mit verdeckten Wasserleitungen, Waschmaschinenanschluss und Waschbecken.
Wir haben das Gefühl, Else wird dort einziehen. Beheizter Arbeitsraum - das ist einzigartig in Batagram. Am Nachmittag modifizieren Heppo und ich die Wasserleitungen. Der Oxforntank wird angeschlossen. Die Leitungen zum französischen Camp werden verkürzt. Die Bladdertanks verschwinden teilweise. Das Einzige was fehlt, ist eine Motorpumpe zum Befüllen der Versorgungsfahrzeuge. Thomas Dach an seinem Großprojekt geht nur langsam weiter. Die Sparren kommen erst am Spätnachmittag. Das Highlight am Spätnachmittag: Heppo sitzt vorm teilweise gefüllten Oxforntank und wartet, dass Wasser aus dem Auslassventil kommt. Es kommt aber nichts! "Mist, ich habe vergessen, die Membrane durchzustoßen". Heppo meinte gelassen: "Du bist Rettungstaucher!" Somit hinein in das eiskalte Wasser und Membrane ausschneiden.
Abendessen - Frikadellen (Fleischpflanzerln) mit Gemüsereis. Erste Sahne. Und um 21.00 Uhr war der Tag wieder zu Ende.
Mittwoch, 30.11.2005
Ein Wettkampf mit unseren Truckern beginnt. Wer ist schneller. Sie mit dem Ausliefern oder wir mit der Wasserproduktion.
Unsere Anlage läuft den ganzen Tag. Der Wasserstand ist um keine 10 cm im Tank gestiegen. Sie haben gewonnen.
Das Dach nimmt Formen an. Der erste Tank steht im Haus.
Nächstes Projekt für mich - ein neues Sch...haus. Winterfest und komplett aus Plastik. Das bedeutet, Dixi ohne Bauanleitung aufbauen und für ein Plumpsklo modifizieren. Morgen wird die Bodenplatte verstärkt. Thomas ist feige und traut der alten Konstruktion nicht. Kyoung-Su meint nur, "was mich aushält trägt Thomas locker". Aber Chefanweisung ist Chefanweisung.
Wilhelms großer Abend. Er ist für das Abendessen verantwortlich. Um 18.00 Uhr stürmt er ins Office. "Alles Mist, habe vergessen, für das Abendessen einzukaufen". Jetzt hat er ein Problem. Seine Lösung - er holt 8 Kebab mit Fladenbrot aus Batgran. Es kommt nur mittelmäßig an. Die Größe eines Kebabs ist die eines normalen Fleischpflanzerls. 8 Stück sind deshalb nicht gerade viel für 6 hungrige Erwachsene. Wille meint nur, er wird das noch einmal üben. Sein Satz " das beste Essen das er je gehabt hat" fehlt heute.
Donnerstag, 1.12.2005
Wie jeden Morgen fällt das Aufstehen schwer. Es ist eisig kalt. Heute Nacht hat es gefroren. Wasseranschluss im Office nach außen verlegen, Rohwassertanks umsetzen, Trinkwasser aufbereiten, das neue Toilettenprojekt umkreisen. Erst nach Thomas erneuter Aufforderung beginne ich mit der Bodenplatte. Der Höhepunkt des Tages: Carstens Einführungsgeschenk: Den 1500 l Bluddertank auf 3000 l vergrössern und mitten im Lager versehentlich sprengen. Welche Sauerei! Und dabei noch Stromausfall erzeugen. Dafür konnte aber Carsten nichts. Lag wieder an Feuchtigkeit in der Zuleitung zu den Schlafzelten. Aber meine Rettung. Konnte mein Bauprojekt Toilette verzögern.
Das Dach auf unserer Halle ist fertig. Für Heppo war es kein erfüllter Tag. Er bekommt 2 Locales zum Toilettenbau zugewiesen. Mißmutig beobachtete er deren Planung des Bauprojektes Toilette in einem Bergdorf. " Die können nur durch Erfahrung lernen. Jetzt lasse ich sie alles vorbereiten. Morgen dürfen sie dann alles den Berg hinaufschleppen und werden sehen was unnütz ist. Das nächste Mal nehmen sie nur mit, was sie wirklich brauchen. Learning by doing."
Zum Abendessen Nudelsuppe. Wilhelms Kommentar - die beste Suppe die ich jemals gegessen habe. Und der absolute Höhepunkt des Abends - eine Tüte Harribo Colorado.
So lernt man auch wieder, was Entbehrung bedeutet!
Freitag, 2.12.2005
Die Seitenwände an der Halle sind verkleidet. Die Raw Water Tanks stehen drin. Die Filtereinheit wird in der Halle aufgebaut. Mein Toilettenprojekt geht voran. Die Holzplatte als Boden ist fertig. Die Locales beginnen, das alte Toilettenhaus zu demontieren. Jeden Handstrich muss man ihnen einzeln anschaffen. Mittags ist es geschafft. Das neue Dixi Clo ist zusammengeschraubt, und steht über dem dafür vorgesehenen Loch. Jetzt wird aufs Clo gehen nahezu Luxus. Wilhelms neuer Versuch das Abendessen zu kochen. Diesmal mit Plan. Und "das beste Essen das ich je gehabt habe".
Samstag, 3.12.2005
Weiter Lager winterfest machen. Und arbeiten, Wasser machen, ……… Am Abend beschließen wir, Sonntag Nachmittag nach Meira zu fahren, um zu sehen, ob es dort noch mit der Wasseraufbereitung klappt. Ich merke, wie von Tag zu Tag das Arbeiten schwerer fällt. Die Knochen werden müde, die Hände können nicht mehr richtig greifen, die Haut fängt an, aufzuplatzen. - Eine Woche noch.
Sonntag, 4.12.2005
Den T 11 Oxforn-Behälter in der Halle als Zwischenpuffer fertig aufbauen. Mittags ist es geschafft. Wir fahren zusammen nach Meira. Die erste Abwechslung nach einer mir ewig vorkommenden Zeit. In Meira finden wir den Angelernten nicht. Diese Tätigkeit hat ein Franzose der Unesco übernommen.
Eine Pumpe fängt an, sich zu zerlegen. Stört ihn aber nicht. Mal sehen, wie lange das noch gut geht. Der Franzose meint nur, er wird schauen, ob er eine neue Pumpe besorgen kann und gegebenenfalls die Alte zu uns ins Camp zur Instandsetzung schicken.
Bis zu meiner Abreise kam die Pumpe nicht an - inshala.
Montag, 5.12.2005
Meine letzte Woche beginnt. Vormittags fahre ich mit Heppo und Wilhelm in 2 Bergdörfer. Man zeigt mir vor Ort, was hygiene promotion and sanitation bedeutet. Dies ist dringend notwendig. Es sind keine Toiletten vorhanden und so sieht es auch aus. Zur Vermeidung von Infektionen müssen diese schnellstmöglich gebaut werden. Mein erster Eindruck von Bergdörfern. Die Leute sind sehr freundlich. Man sieht aber keine Frauen. Diese dürfen nach dem Koran nicht in der Öffentlichkeit gesehen werden. Ich darf nicht fotografieren. Der Glaube sowie die Dorfältesten verbieten dies . Um keinen Vertrauensbruch zu begehen, habe ich keine Kamera mitgenommen - schade.
Das Elend in den Dörfern ist groß. Ich kann mir nicht vorstellen, unter den vorgefundenen Gegebenheiten zu leben. Die Bevölkerung haust in Zelten, die teilweise keinen Boden besitzen. Es muss nachts darin fürchterlich kalt sein.
Heppo meint, ich solle schätzen, wie viele Leute in einer Ansammlung von einigen Zelten leben. Meiner Meinung nach ca 80 - er korrigiert ca 300. Hier sieht man erst das richtige Elend und die Notwendigkeit der Hilfe. Was tun diese Leute wenn Schnee fällt? Was tut die Bevölkerung, zu denen keine Hilfe vordringt? Die heutigen Eindrücke beschäftigen mich lange ich bin depremiert.
Am Abend kommt Sabine im Lager an. Bereits bei der Ankunft ist sie krank.
Dienstag, 6.12.2005
Sabine verbringt den Tag im Bett - (Schlafsack). Sie ist richtig krank.
Unsere Arbeit geht weiter wie jeden Tag. Die überflüssigen Bladdertanks werden abgebaut, gereinigt und getrocknet. Das Materialzelt ist komplett aufgeräumt. Sämtliche Wassergräben werden neu gegraben. Es werden Tonnen von Kies verteilt. Somit werden die Wege und Regen begehbar gemacht. Unsere Locals bauen eine neue Müllverbrennungsanlage (Tonne)
Mittwoch, 7.12.2005
Sabine ist immer noch krank. Wir beratschlagen, was zu tun. Falls der Zustand sich nicht bessert, soll sie in ein Krankenhaus nach Islamabad.
Am Nachmittag eine Glanzleistung - Heppo versenkt einen Toyota auf einem Zufahrtsweg zu einem Bergdorf im Schlamm. Bis zum Abend ist das Fahrzeug nicht frei und muss stehen gelassen werden. Die Mannschaft ist nass und durchgefroren. Abendessen wollen wir aus dem Dorf kommen lassen. Das dauert 2 Stunden. Somit Essen erst nach 21.00 Uhr. Ein Kampf mit Hunger und Müdigkeit.
Donnerstag, 8.12.2005
Heppo schafft es mit Carsten und Zuffi am Vormittag den Toyota auszubuddeln. Gott sei Dank. Meine Veränderungen an der Elektrik sind beendet. Alles läuft, außer einer Pumpe (die Ersatzteile sind immer noch nicht da). Zufrieden sehe ich, dass ich nahezu alle meine angestrebten Ziele geschafft habe.
Freitag, 9.12.2005
Zur allgemeinen Überraschung kommen in der Nacht 2 LKW beladen mit 4 Tonnen Chemie zur Wasseraufbereitung an. Alles abladen und verräumen. Meine Inventurliste wird nach 2 Wochen arbeit mit erheblichen Verzögerungen fertig. Alle meine Arbeiten sind erledigt.
Nachmittags macht Wilhelm mir ein tolles Geschenk. Ich gehe mit seinem Dolmetscher 2 Stunden nach Batagram, richtig Bummeln über den Markt, Tee trinken und einfach das Leben hier in mich hineinsaugen und diese Eindrücke mit nach hause nehmen.
Spätnachmittag Abschied von den Franzosen und den Dänen. Morgen früh geht es Richtung nach hause. Am Abend kommt für alle noch einmal ein Essen auf meine Kosten aus Batagram. Ich genieße es und fange an, Abschied von meinem Team zu nehmen. Trotz aller Strapazen war es eine beeindruckende Zeit die ich sicher nicht vergessen werde.
Samstag, 10.12.2005
7.00 Uhr schnell verlade ich meine Reisekisten im Auto. Frühstück und Abreise bevor unsere Locales kommen. Und ein Stromaggregat läuft nicht. Carsten versucht es in Betrieb zu nehmen. Nach kurzer Hilfestellung schafft er es. Im Diesel war Wasser. Die Filter sind eingefroren. Die Zeit drängt. Ein schmerzhafter Abschied von einem Team, mit dem man 4 Wochen auf engsten Raum gelebt und gearbeitet hat. Aber trotzdem Freude auf zu hause und die Familie. Thomas bringt mich zum Heliport.
Mein Rückflug mit einem russischen Hubschrauber der UN ist bereits gebucht. Dieser kommt eine halbe Stunde zu spät. Die Kennung stimmt mit der auf meiner Flugbestätigung nicht überein. Na prima. Der Bordtechniker meint nur, mein Hubschrauber kommt heute nicht. Der Pilot ist krank. Eine kurzes Gespräch. Also gut, ich kann doch mitfliegen.
Ein abenteuerlicher Flug in einer russischen Klapperkiste zurück nach Islamabad durch die Bergtäler. Ein letzter Blick und Abschied von einer faszinierenden Landschaft, in der ich 4 Wochen hart gearbeitet habe.
Vom Hotel aus meine Meldung an mein Team und an Dr. Bauer, dass ich gut angekommen bin. Und ein weiteres, für mich wichtiges Telefonat. "Hallo Robert, und wohin gehen wir heute Abend auf ein Bier". Ins French Camp. Nachmittags fahre ich ins Zentrum. Erst einmal 1 Stunde auf dem Marktplatz sitzen und das bunte Treiben genießen. Es gibt richtige Läden. Mein Heimflug ist gerettet. 2 neue Hosen und ich sehe wieder zivilisiert aus. Die Leute sind teilweise europäisch gekleidet, die Frauen sind überwiegend nicht verschleiert. Wieder einmal schöne, hübsche Gesichter sehen.
Abends mit Robert ins French Camp. "Köschtrizer Beer", vom Fass. 3 dunkle Bier nach 4 Wochen Enthaltsamkeit tun ihren Rest. Am Tisch sitze ich mit Robert, einem Norweger, einer Spanierin, einem Franzosen und einem Dänen zusammen. In der Tür sehe ich weiße Zähne die bis zu beiden Ohren lachen. Agrippa, unsere Verbindungsperson zum IFRC. Ein herzliches "hello". Er wohnt im gleichen Hotel. Somit beenden wir unseren Abend mit einer gemeinsamen Taxifahrt.
Sonntag, 11.12.2005
Aufstehen, Frühstück mit Agrippa, zurück ins Zimmer. Mittags fahren wir zum Zentrum, meine Hosen abzuholen. Das Taxi kostet nach einigem Verhandeln nahezu nichts. Der Fahrer meint nur, es ist unmöglich ein Schwarzer und ein Weißer in einem Taxi. Somit erklärt Agrippa ihm, er sei nicht richtig schwarz und ich nicht richtig weiß. Mit dieser Erklärung gibt sich der Fahrer zufrieden.
Mein Freund kauft sich einige Sachen und sieht zu seiner Überraschung, wie ein Bayer verhandelt. Zurück ins Hotel. Am Abend gehen wir in den UN Club. 5 Dollar Eintritt, ein Sonderausweis und ich bin drin. Mein erster Kontakt mit Berufsdelegierten der UN. Nicht meine Welt. Keine richtige Heimat, wenig Halt im Leben, und am Abend mit Gleichgesinnten in einer Bar.
Nach 2 Bier zurück ins Hotel. Abschied von Agrippa einem neu gewonnenen Freund. Wir werden uns irgendwo auf dieser Welt wieder sehen.
Fertig packen, Duschen und ab ins Bett. Die Nacht wird kurz werden.
Montag, 12.12.2005
1.00 Uhr in der Nacht aufstehen, 1.30 Uhr mit dem Taxi zum Flughafen, 2.00 Uhr einchecken und bis 5.00 Uhr auf den Abflug warten. 7.00 Uhr (Zeitverschiebung 2 Stunden nach vorn) Ankunft in Doha, Arabische Emirate. Weiterflug nach München um 13.30 Uhr. Dass bedeutet, 6,5 Stunden Aufenthalt in einem Airport. Super. Welch Zufall. Ich treffe einen ehemaligen Wasserwachttauchausbilder aus Starnberg. Dieser kommt von einem Tauchurlaub auf den Malediven zurück. Wir waren bereits zusammen im Bodensee beim tauchen. Schon vergeht die Zeit mit ausgiebigen Erzählungen schneller.
Im Flugzeug sitzen wir in einer Reihe. Neben mich setzt sich eine Frau mit Kopftuch und einheimischen Gewändern. Ihr erster Satz "Sie fliegen auch nach Deutschland". Ich bin platt. Eine gebürtige Afghanin, geflüchtet mit ihren Eltern in den Iran und sie dann weiter nach Deutschland. Dort lebt sie seit 14 Jahren in Regensburg. Sie hat Probleme mit der Speisekarte - die Karte ist auf Englisch und Arabisch geschrieben. Somit ist mein Part das Übersetzen und Bestellen. Nach 3 Stunden meint meine Umgebung, es handelt sich um meine Frau. Sie fragt, ob ich verheiratet bin. Schnell zeige ich die Bilder meiner Familie - gerettet!
In München ein freudiger Empfang. Erwartungsvoll steht meine Familie mit Alex zusammen am Flughafen. Alle sind wohl auf. Gott sei Dank.


 

Resumee:

Pakistan - ein unvergessliches Erlebnis. Ein Zwiespalt zwischen einer faszinierenden Landschaft, einer tiefgläubigen, freundlichen Bevölkerung und einer Katastrophe mit unbeschreiblichen Ausmaßen.
4 Wochen, ohne Krankheit und Durchfall. Schmerze Hände - das geht vorbei. 5 Kilo abgenommen - das schadet mir nicht. Und aktiv miterleben, was es bedeutet, Mitglied beim Roten Kreuz zu sein, helfen zu können. Das werde ich nie vergessen.
Alex ist der Nächste, der das erleben darf. Hoffentlich so eindrucksvoll und gesund wie ich.